Hintergrund zu einem “Insight”: Was Menschen bedauern, bevor sie sterben

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Die eigenen Träume zu verwirklichen gilt als Top-Kriterium für ein erfülltes Leben.

Die Entwicklung von “Insights” (Erkenntnisse) über die Einstellungen und das Verhalten von Menschen ist seit jeher ein zentrales Element der Arbeit eines Strategieberaters. Im Marketing liefert ein Insight substanzielle Einsichten über die Beweggründe des (Kauf)Verhaltens und erklärt das komplexe, emotional und sozio-kulturell gefärbte Gefüge zwischen Kunde und Produkt.

Das klingt zunächst kompliziert, kann aber auch einfacher vermittelt werden. Man kann einen Insight nämlich auch ohne grosse Marktforschung aus Alltagsbeobachtungen oder Lebensweisheiten ableiten, wie dieses Beispiel schön zeigt. Die australische Krankenschwester Bronnie Ware hat über einen längeren Zeitraum in der Pallitativmedizin Patienten bis zu ihrem Tod begleitet und deren “letzte Worte” in Hinblick auf Wünsche oder Bedauern analysiert. Herausgekommen ist eine erstaunliche Liste mit Insights über das, was Menschen am ehesten an ihrem Leben bedauert haben.

Auf Platz 1 steht die Einsicht, nicht das eigene Leben gelebt zu haben, sondern zu stark den Erwartungen anderer entsprochen zu haben. Anders gesagt, die eigenen Träume, Ziele oder Wünsche im Leben nicht verwirklicht zu haben. Die berühmte “innere Stimme” zu überhören. (Auf Platz 2 steht – weniger überraschend – das Bedauern, zu viel gearbeitet zu haben. Was auf den Plätzen 3-5 folgt, ist hier nachzulesen.)

Was bedeutet das jetzt aus Marketing- oder Kommunikationssicht? Wenn hinter Platz 1 der Liste das zentrale Bedürfnis nach der Verwirklichung von Träumen und Zielen steht, ist das ein Punkt, den man strategisch nutzen kann. Viele Marken und Kommunikationskampagnen sind dementsprechend nicht zu Unrecht darauf ausgerichtet, die Erfüllung des “Ich” in den Mittelpunkt zu stellen. So entsteht – abgeleitet aus einem Insight – ein Ansatz für die richtige Kommunikationsstrategie und damit für die Auslösung des intendierten Konsumentenverhaltens.

Und wer noch tiefer einsteigen möchte, bitteschön: Bronnie Ware hat aus ihren Aufzeichnungen sogar ein Buch gemacht.

 

 

 

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